Einleitung
In der Anbausaison 2021 wurde ein Versuch durchgeführt, bei dem ein Beet mit einheimischen Pflanzen (hauptsächlich Brennnessel und Gänsefuß) um ein 150 cm breites Kartoffelbeet herum wachsen durfte. Ziel dieses Versuchs war es, die Auswirkungen dieser Anbaubedingungen auf das Verhalten der Kartoffelkäfer zu beobachten, und das Ergebnis war, dass keine Kartoffelkäferlarven auf den Pflanzen zu finden waren, solange der Rand aus heimischen Pflanzen intakt war. Dieses Ergebnis wurde auf räuberische Insekten zurückgeführt, die die einheimischen Pflanzen bewohnen und die Kartoffelkäfer kontrollieren. Dies ist ein Folgeversuch zu diesem Experiment.
In diesem Folgeversuch werden drei Parameter geändert:
1) Pflanzen, die nützlicher sind als Brennnesseln und Gänsefuß, werden als Beetpflanzen verwendet. Zum Beispiel Borretsch. Borretsch ist wegen seiner üppigen Blüten als „Bienenmagnet“ bekannt. Außerdem ist die Blütezeit des Borretsch relativ länger als die vieler anderer Gartenpflanzen, so dass in einer Saison mehr als eine Generation Borretsch angebaut werden kann.
2) Die Kartoffeln werden zusammen mit anderen nützlichen Gemüsearten wie Stangenbohnen, Mais und Süßkartoffeln angebaut.
3) Es wird eine Mulchumgebung geschaffen, die aus einem größeren Anteil an Holzspänen besteht. Dadurch werden günstigere Bedingungen für das Wachstum von Pilzen geschaffen.
Die symbiotische Beziehung zwischen einem Mykorrhizapilz und Pflanzen hat sich als vorteilhaft erwiesen. Der Mykorrhizapilz sorgt nicht nur dafür, dass wichtige Nährstoffe (wie Phosphor, Stickstoff und Co.) und Wasser für die Pflanzen, mit denen er in Verbindung steht, besser verfügbar sind [1-6], sondern steigert auch das Pflanzenwachstum [5,6] und den Nährwert des Gemüses [6,7]. Wie Untersuchungen von Schoenherr et al. gezeigt haben, kann es außerdem die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Angriffe von pflanzenfressenden Insekten erhöhen [8].
Vorbereitung des Anzuchtbeetes
Das Beet, nennen wir es KB-2, soll in einem Bereich angelegt werden, in dem bisher keine Kartoffeln gewachsen sind. Der Boden war im Jahr 2021 gemulcht worden. In der Saison 2022 waren die einheimischen Pflanzen durch die Mulchdecke gewachsen. Dies war erwünscht. Sie bieten nicht nur mehr Mulch für das Beet, wenn sie abgemäht werden, sondern halten auch aktive Wurzeln im Boden und tragen so zur Erhaltung des Nahrungsnetzes (Soil-Food Web) im Boden bei.
10.07.2022



Nach dem Mähen der einheimischen Pflanzen sind Borretsch und Kamille zu sehen. Dies sind zwei der erwünschten Pflanzenarten, die dafür bekannt sind, dass sie räuberische Insekten wie Marienkäfer anziehen.
23.07.2022
Auf die gemähte Fläche wird nun eine Mulchschicht aufgebracht, die hauptsächlich aus Holzspänen und einer Schicht aus Grasschnitt und anderem organischen Material besteht. Diese Schicht wird etwa 20 cm dick sein und dient nicht nur als Nahrungsquelle für den Mykorrhizapilz, sondern auch als Kompost, wenn sie abgebaut wird. Die Hackschnitzel, die hier aufgebracht werden, sind eine Mischung aus Pappel und Kiefer.

Aufgrund der Größe und Form der Holzspäne kann Luft in die Schicht eindringen und es ist unwahrscheinlich, dass das Beet anaerob wird.


Quellen
1) O’Keefe, D. M., and D. M. Sylvia. “Chronology and Mechanisms of P Uptake by Mycorrhizal Sweet Potato Plants.” The New Phytologist, vol. 122, no. 4, (1992), 651–59. .
2) Govindarajulu M, Pfeffer PE, Jin H, Abubaker J, Douds DD, Allen JW, Bücking H, Lammers PJ, Shachar-Hill Y. „Nitrogen transfer in the arbuscular mycorrhizal symbiosis“. Nature. (2005) Jun 9;435(7043):819-23.
3)Liu, Caixia, Sabine Ravnskov, Fulai Liu, Gitte H. Rubæk, and Mathias N. Andersen. “Arbuscular Mycorrhizal Fungi Alleviate Abiotic Stresses in Potato Plants Caused by Low Phosphorus and Deficit Irrigation/Partial Root-Zone Drying.” The Journal of Agricultural Science 156, no. 1 (2018): 46–58.
4) Chifetete, Varaidzo W. and Joanna Felicity Dames. “Mycorrhizal Interventions for Sustainable Potato Production in Africa.” Frontiers in Sustainable Food Systems, vol. 4, (2020), Article 593053
5) Begum N, Qin C, Ahanger MA, Raza S, Khan MI, Ashraf M, Ahmed N, Zhang L. „Role of Arbuscular Mycorrhizal Fungi in Plant Growth Regulation: Implications in Abiotic Stress Tolerance“. Front Plant Sci. (2019) Sep 19;10:1068.
6) Bhantana, P., Rana, M.S., Sun, Xc. et al. „Arbuscular mycorrhizal fungi and its major role in plant growth, zinc nutrition, phosphorous regulation and phytoremediation“. Symbiosis 84, (2021), 19–37
7) Baslam, M.; Garmendia, I.; Goicoechea, N. „Enhanced Accumulation of Vitamins, Nutraceuticals and Minerals in Lettuces Associated with Arbuscular Mycorrhizal Fungi (AMF): A Question of Interest for Both Vegetables and Humans“. Agriculture (2013), 3, 188-209.
8) Schoenherr, A.P; Rizzo, E.; Jackson, N.; Manosalva, P.; Gomez, S.K.; „Mycorrhiza-Induced Resistance in Potato Involves Priming of Defense Responses Against Cabbage Looper (Noctuidae: Lepidoptera)“, Environmental Entomology, Volume 48, Issue 2, April (2019), 370–381.

